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Ein Blick zurück auf 40 Jahre Microsoft Word, Teil 1

Word 1.0 2.0 6.0 95 97 2000 2002 2003

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und das ist für viele Menschen ein Anlass, einmal zurückzublicken. Wir möchten in den letzten beiden Ausgaben des Jahres 2023 ebenfalls einen Blick zurück werfen und zwar auf insgesamt 40 Jahre Microsoft Word! Seit so vielen Jahren gibt es bereits eine Textverarbeitung unter diesem Namen von Microsoft. Viele Anwender arbeiten bereits jahrelang mit Word, wissen aber wenig oder gar nichts von der wechselvollen Geschichte, die im November 1983 begann. Hier der erste Teil unserer "Word-History" von 1983 bis 2003.

1983 bis 1993 Microsoft Word für DOS

Zunächst einmal kann man natürlich darüber streiten, ob Word 1.0 von 1983 tatsächlich ein "Vorfahre" der aktuellen Version 2003 ist, denn damals lief das Programm natürlich noch nicht unter Windows, sondern noch mit einer sehr gewöhnungsbedürftigen zeichenorientierten Oberfläche unter DOS: das Menü wurde beispielsweise mit einem Druck auf die Esc-Taste aufgerufen und zum Öffnen einer Datei musste das Menü Übertragen-Laden angewählt werden... Auch wenn Word für die Windows-Oberfläche komplett neu entwickelt wurde, hat das Programm dennoch seine Wurzeln in der DOS-Version.

Nach der ersten Version im November 1983, erschienen noch fünf weitere Versionen, wobei die Version 5.0 im Jahr 1988 echte Maßstäbe für eine Textverarbeitung unter DOS setzte. Zum ersten Mal war Microsoft Word dem erfolgreichen Konkurrenten WordPerfect mehr als ebenbürtig, aber nennenswerte Marktanteile konnte man dennoch nicht gewinnen (das galt zumindest für den amerikanischen Markt; in Deutschland war Microsoft Word für DOS Marktführer).

Aber die Zeiten änderten sich: Windows 3.0 und vor allem das spätere Update Windows 3.1 waren ein riesiger Erfolg und der Bedarf an Programmen für die neue grafische Benutzeroberfläche wuchs. Ende 1989 erschien die erste Version von Word für Windows (siehe unten), aber Microsoft machte sich auch bei Word für DOS Gedanken über die Benutzeroberfläche. Im Jahr 1989, also nur ein Jahr nach Word 5.0, erschien die Version 5.5 mit einer komplett neuen Benutzeroberfläche. Es gab wie unter Windows Dropdown-Menüs und standardisierte Menünamen, um den DOS-Anwender Schritt für Schritt den Umstieg auf Windows zu erleichtern.

Word 5.5 war allerdings kein großer Erfolg, zumal das Programm außer der neuen Oberfläche keine weiteren Neuerungen aufzuweisen hatte. Windows wurde als Basis für Anwendungsprogramme immer wichtiger und so erschien 1993 schließlich die letzte Version 6.0 von Word für DOS. Das Programm bot die Unterstützung von TrueType-Schriften, erlaubte die Textbearbeitung per Drag & Drop und verfügte über eine Tabellen- und eine Aufzählungsfunktion, aber letztendlich war der Siegeszug von Windows nicht mehr aufzuhalten. Nach dem Erscheinen von Word 6.0 wurde die Weiterentwicklung von Word für DOS eingestellt.

1989 - Microsoft Word für Windows 1.0/1.1

Der Erfolg von Windows 3.0/3.1 war die Grundlage dafür, dass auch auf dem Textverarbeitungsmarkt die Karten neu gemischt wurden. Word für Windows 1.0 hatte den Markt fast für sich allein, denn außer Ami Pro (von Samna - später gekauft von Lotus Development) gab es keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Bei WordPerfect war man sicher, dass Windows keine Zukunft hatte und so setzte man zunächst weiter auf DOS-basierte Version.

Word für Windows 1.0/1.1 musste sich mit WordPerfect für DOS messen lassen und überraschenderweise gewann es viele Vergleichstests in Zeitschriften. Wenn Sie als Anwender von einer der aktuellen Word-Versionen mit dem ersten Word für Windows arbeiten würden, wären Sie überrascht, wie viele vertraute Elemente und Funktionen bereits vorhanden waren. Die komfortable Tabellenfunktion, Aufzählungen und vor allem die leistungsfähige WordBasic-Makrosprache waren starke Argumente für die neue Generation von Microsoft Word

1992 - Microsoft Word für Windows 2.0

Als die Version 2.0 von Word für Windows veröffentlicht wurde, hatte man auch bei WordPerfect begriffen, dass man Windows nicht ignorieren konnte. Die erste Version 5.1 für Windows war allerdings eine sehr halbherzige Umsetzung, die mehr darauf setzte, die gewohnte auf Tastenkürzeln beruhende Benutzeroberfläche des DOS-Programms auf Windows zu übertragen.

Die Microsoft-Entwickler witterten ihre Chance und setzten bei Word für Windows 2.0 neben zahlreichen Verbesserungen vor allem auch auf den schnellen Umstieg für WordPerfect-Nutzer. So gab es einen speziellen Modus, in dem die WordPerfect-Tastaturkürzel in Word für Windows eingegeben werden konnten. Im Gegenzug erschien dann ein Hilfetext, der die notwendigen Arbeitsschritte unter Word beschrieb.

Weitere Neuheiten in Word für Windows 2.0: Ein Formel-Editor, Grammatikprüfung, einige rudimentäre Zeichenfunktionen und natürlich "eingebettete Objekte". In dieser Version war es also erstmals möglich, eine Excel-Tabelle direkt in ein Dokument einzufügen.

1994 - Microsoft Word für Windows 6.0

Für Word für Windows 6.0 wurde noch einmal der komplette Code optimiert und in weiten Teilen neu geschrieben. Intern legte Microsoft die Entwicklerteams von Word für Windows und Word für Macintosh zusammen, um das beste beider Plattformen in einer neuen Version zu vereinen. Naturgemäß wäre das für Word für Windows die Version 3.0, aber nachdem man auf dem Macintosh bereits bei Word 5.x angekommen war, war der "Versionssprung" auf 6.0 die logische Konsequenz.

Ansonsten setzten die Entwickler bei Word für Windows 6.0 voll auf Benutzerfreundlichkeit - Stichwort: Usability. So tauchten in Word für Windows 6.0 erstmals die "Auto"-Funktionen auf, die dem Anwender voll automatisch Arbeit abnehmen sollten. Dazu gehört beispielsweise die "AutoKorrektur", die Tippfehler bereits beim Eingeben erkennt und automatisch korrigiert. Hinzu kamen "AutoFormat", "AutoText", farbige Symbolleisten, die automatische Anzeige von QuickTipps für Symbole, eine Undo-Funktion für die letzten 100 Arbeitsschritte, WordArt und vieles mehr.

1995 - Microsoft Word 95 (Word 7.0)

Die Veröffentlichung von Word 95 und Office 95 ging ein wenig unter, denn alle Aufmerksamkeit (und auch das Marketing von Microsoft) konzentrierten sich damals auf die das neue Windows 95. So bietet Word 95 auch kaum neue Funktionen, sondern zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Programm auf die 32 Bit-Plattform (Windows 95) umgesetzt wurde.

Den Namen des Programms hat Microsoft (um die Zusammengehörigkeit mit Windows 95 zu demonstrieren) erstmals um eine Jahreszahl ergänzt, aber die interne Nummerierung, die Sie über das Menü ?-Info abrufen können, zeigte korrekterweise die Version 7.0 an.

1996 - Microsoft Word 97 (Word 8.0)

Word 97 war der nächste echte Meilenstein in der Geschichte von Word. Zugegeben: nicht alles, was neu ist, muss unbedingt gut sein (man denke nur an die animierten "Office-Assistenten" Clippy & Co), aber im Großen und Ganzen war Word 97 eine stabile Version mit vielen interessanten neuen Funktionen. Zum Beispiel: Einfügen von Hyperlinks, überarbeitete flexiblere Symbolleisten, HTML-Export, Zeichenfunktion für Tabellen, Drehen von Text usw.

Die größte Änderung gab es aber bei den Makros: WordBasic gehört seit Word 97 der Vergangenheit an. Die neue Programmiersprache von Word heißt VBA, wobei in der Version 97 erstmals eine einheitliche Entwicklungsumgebung Word, Excel und PowerPoint zur Verfügung steht.

1999 - Microsoft Word 2000 (Word 9.0)

Viele Neuerungen von Word 2000 spielten sich eher im Hintergrund ab und waren nicht ganz so offenkundig. So glättete man einige Kanten aus Word 97 (der Office-Assistent war beispielsweise nicht mehr ganz so aufdringlich) und setzte gezielt auf die Themen "Internet" und "Sicherheit". So bietet Word 2000 erstmals eine spezielle Schnittstelle, die es Anbietern von Antivirus-Software wesentlich einfacher macht, Makros auf mögliche Viren zu prüfen. Außerdem wurden digitale Signaturen für Word-Makros sowie die bekannten Sicherheitsstufen eingeführt. Den HTML-Export hatte man so verbessert, dass einfache Webseiten direkt in Word gestaltet und gespeichert werden konnten.

2001 - Microsoft Word 2002 (Word 10.0)

In Word 2002 fielen neben vielen Detailverbesserungen, fallen vor allem SmartTags und der Aufgabenbereich als wesentliche Änderungen ins Auge. Nachgebessert wurde noch einmal der HTML-Filter, der nun optional alle "Word-spezifischen" HTML-Tags ausblenden kann. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Verbesserung der Teamfunktionen: der erweiterte Überarbeitungsmodus erlaubt nun die gleichzeitige Kommentierung eines freigegebenen Dokuments und erleichtert die Übernahme von Änderungen in den Text.

2003 - Microsoft Word 2003 (Word 11.0)

Word 2003 war eine der "langlebigsten" Word-Versionen, denn Microsoft arbeitete an einem kompletten Umbau der Benutzeroberfläche und an einem neuen Dateiformat (DOCX anstelle von DOC).

Word 2003 war die letzte Word-Version mit Symbolleisten – mit Word 2007 wurde zum ersten Mal das Menüband vorgestellt.

Digital Rights Management, XML und Anbindung an den SharePoint-Server sind die wesentlichen Verbesserungen in Word 2003. Erst Ende 2006 ging es mit Word 2007 weiter. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.